Projekt 0009

„Bildung für nachhaltige Entwicklung“ in der Nachbarschaft von Berggorillas

„Nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, die die Lebensqualität der gegenwärtigen Generation sichert und gleichzeitig die Wahlmöglichkeit zur Gestaltung ihres Lebens erhält.“ Wir müssen lernen, von den Zinsen der Natur zu leben, nicht von Ihrer Substanz. Daher obliegt der Bildung für ein Leben in der Nähe von bedrohten Berggorillas eine ganz besondere Verantwortung.

Die Mondberge

Uganda teilt sich mit der Demokratischen Republik Kongo das kaum bekannte, aber für uns deshalb umso faszinierendere Ruwenzori-Gebirge. Genau auf der Grenze der beiden Länder liegt dieses etwa 120 mal 50 km große Hochgebirge mit einigen der anstrengendsten Trekking-Pfaden weltweit. Dort gibt es fünf Berge, deren Gipfel knapp unter 5.000 m hoch sind – und den Mount Stanley, der mit 5.109 m nach Kilimandscharo und Mount Kenya als dritthöchster Berg Afrikas gilt.

Diese häufig unter Wolken verborgene Bergkette ist einfach anders – anders als jede andere Region auf der Welt. Es gibt nichts Vergleichbares! Das Besondere sind die vielen hohen, schneebedeckten Gipfel so nah am Äquator und der fantastische Urwald, der sie umschließt. Die Vegetation dort ist einzigartig: Blumen werden so groß wie Bäume, riesige Moosteppiche leuchten in den unwirklichsten Farben, und Flechten hängen teils zentnerschwer und meterlang von urigen Bäumen herunter. Wasser ist das prägende Element. Regen und Schnee, Wolken oder Nebel – eine durch und durch mystische Stimmung liegt über allem. Fast schon außerirdisch …

Aktionen und Bildung

Wasser wird auch rund um den Bwindi-Wald durch die weltweite Klimakrise immer knapper, obwohl es oft regnet. Durch den Bau von Wassertanks, die jeweils rund 1.500 Liter fassen, soll die Bereitstellung unbedenklichem Trinkwasser gesichert und Trockenzeiten überbrückt werden – und kürzere Wege entlasten hauptsächlich Frauen und Mädchen, die sonst das Wasser über weite Strecken holen und nachhause tragen müssen.

Vier Grundschulen erhalten regelmäßig Schulmaterialien, die in Uganda beschafft (das hilft auch dem regionalen Handel) und den Kindern bei Bedarf zur Verfügung gestellt werden. Bei einem von Eltern errichteten Schulgebäude wurden von die Kosten für Fenster und Türen übernommen (Hilfe zur Selbsthilfe).

Eine Vollzeit-Lehrerstelle (Emily Turinawe) wird durch uns komplett finanziert – Emily unterrichtet an aktuell vier Grundschulen, insbesondere betreibt sie Umweltaufklärung, studiert mit den Kindern u.a. Theaterstücke ein, die in den örtlichen Kommunen aufgeführt werden – und kümmert sich um Jugendliche, die durch Sponsoring auf weiterführende Schulen und Universitäten gehen können.

Baumanpflanzungsaktionen – Jahr für Jahr werden es mehr Setzlinge, zuletzt 2019 über 8.000 Stück, die von den Grundschulkindern herangezogen werden, um dann in den lokalen Orten überall ausgepflanzt zu werden. Ein wichtiger Beitrag zum Erhalt des Nationalparks und damit dem Lebensraum der Berggorillas. Erweitert wird das ab 2022 durch zusätzliche Setzlinge, die von der ITFC in einer Baumschule herangezogen und später, finanziert durch Spendengelder, in den Dörfern verteilt und gepflanzt werden.

Information und Aufklärung über den Lebensraum der Berggorillas – für die einheimische Bevölkerung ebenso wie für Touristen – zum Beispiel durch Schautafeln an verschiedenen Standorten rund um den Park oder Broschüren in verschiedenen Sprachen. Auch hier soll durch die Gestaltung gezielter Maßnahmen ein Umdenkprozess angestoßen und forciert werden.

Die Berggorillas

Große Affen, und besonders die größten von allen, Berggorillas, waren immer eine Quelle von Eingebung und Faszination für Menschen. Ihre nahe Verwandtschaft zu uns macht sie im Tierreich herausragend. Genetische Analysen zeigen, dass Gorillas 98,4 % ihrer Gene mit Menschen gemeinsam haben. Man hat bewiesen, dass Gorillas Ichbewusstsein, bemerkenswerte Intelligenz und eine Fähigkeit besitzen, um mit Zeichen und Symbolen zu kommunizieren. Außerdem benutzen sie einige Grundwerkzeuge. Sie drücken Emotionen wie Freude und Spaß oder Angst und Not in einer uns Menschen ähnlichen Weise aus.

Gorillas sind als Ganzes gefährdet und vielen Bedrohungen ausgesetzt. Alle großen Menschenaffen Afrikas – Bonobos, Schimpansen und Gorillas – genauso wie die Orang-Utans in Südostasien, sind in steilem Rückgang. Die Erhaltung von wilden Populationen jeder dieser Spezies ist notwendig um ihr Verschwinden zu verhindern. Eine schwierige Herausforderung an die Menschheit.

Nicht nur sind diese Spezies unsere nächsten Verwandten, sie sind die Grundpfeiler-Spezies in den Wäldern, die das globale Klima regulieren. Das Versäumnis, sie vor dem Aussterben zu retten, wäre ein unumkehrbarer Verlust und ein schlechtes Omen für die Zukunftsaussichten der Menschheit. Gegenwärtige Anstrengungen müssen intensiviert werden, weil Trends andeuten, dass jede große wildlebende Affenart im 21. Jahrhundert (einige sogar innerhalb von ein paar Jahrzehnten) ausgestorben sein könnten. Nur eine einzige Population, die der Berggorillas, ist in den letzten Jahren gewachsen – es kann also funktionieren, doch noch gibt es keine Sicherheit für ihr Überleben.

Neue Ansätze werden benötigt, um diese Entwicklung fortzuführen. Einer davon ist das Mondberge-Projekt in Uganda – denn ohne die enge Zusammenarbeit mit einer wohlwollenden einheimischen Bevölkerung auf Augenhöhe dürfte das nahezu unmöglich sein.

Bildgalerie Berggorillas

Der Berggorilla ist eine Unterart des Östlichen Gorillas aus der Primatenfamilie der Menschenaffen. Von allen Gorillas stellt er die am …

Stationäres Klassenzimmer der Kinder- und Jugendakademie

Wir laden Schulklassen zu unserem Projektpartner an der Hochschule Magdeburg-Stendal ein, um dort im Technikum altersgerecht das Thema „Abfall als …

Projekt 0016 – Mondberge

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